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19.04.2018 17:48:53


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Wasserkraft

 

Früh für gewerbliche Zwecke genutzt wurde die Wasserkraft, entdeckte man doch die Nützlichkeit von Radwerken, die einem grosse körperliche Arbeit abnehmen konnten. Weil die Müller und Sager gerne das Wasser auf ihre Mühlräder leiteten und einander öfters das Wasser abgruben - noch heute weiss davon der Wortschatz mit den auf andere Lebenslagen übertragenen Ausdrücken - verlangte die Obrigkeit im Alten Bern bald besondere Bewilligungen und Abgaben.

So ist die Mühle Jassbach 1531 erstmals urkundlich erwähnt, weil sie ins Schloss Signau zinspflichtig war. Dafür konnte der Müller dann auch sicher sein, dass kein anderer in seiner Nähe die obrigkeitliche Konzession für ein Mühlrad erhalten würde. Ob in der Mühle Jassbach nur Dinkel, Roggen und Korn gemahlen wurde oder eine Öle (Öl brauchte man ja nicht nur in der Küche, sondern vor dem Aufkommen des Petroleums auch für die Lampen, als Karrenschmiere und für die Herstellung von Salben und Farben) oder Schleife (Schleifsteine zum Schärfen von Schneidewerkzeugen, Hammerschmiede, die ohne Muskelkraft grosse „Hämmer“ auf den Amboss schlagen liess) angegliedert war, ist bisher unerforscht.

Bekannt ist dagegen, dass die Wasserkraft im Jassbach auch von einer Sägerei früh genutzt wurde, was beim Waldreichtum der Gegend ja auch kaum verwunderlich ist. Als siebente Säge im Amt Konolfingen wurde die Sägerei Jassbach 1597 als Gewerbebetrieb konzessioniert.

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